Nach einem Bericht der Saarbrücker Zeitung hat die Bundestagsfraktion der Grünen vorgeschlagen, benzingetriebene Motorroller zu verbieten. Ab 2015 sollen nur noch Elektroroller zugelassen werden. Mit konventionellem Kraftstoff betriebene Zeittakter sollen dann ab 2020 und Viertakter ab 2025 aus dem Verkehr gezogen werden, so der Vorschlag der Partei.
Als großes Beispiel für die Umsetzbarkeit und Wirksamkeit dieser Forderung dient China: dort wurden die Zweitakter schon längst aus dem Innenstädten verbannt. In der Folge hat sich dort die Luftqualität deutlich verbessert, die Feinstaubbelastung ist gesunken und auch der Verkehrslärm konnte spürbar reduziert werden.
Aber China schickt sich auch an, zu einem Technologie-Führer in Sachen Elektromobilität zu werden. Denn während man in China tagtäglich mit Millionen von Elektrorollern Alltagserfahrungen sammelt stecken die Elektroroller in Deutschland noch in den Kinderschuhen.
Gerade einmal 1236 Elektroroller sind laut Bundesverkehrsministerium derzeit in ganz Deutschland zugelassen. Dagegen gibt es hunderttausende herkömmliche Motorroller.
Dabei bieten Elektroroller schon heute ausreichend Leistung für den Stadtverkehr: bis zu 70 Kilometer fährt ein E-Roller mit voller Batterie. Und mit um die 50 Cent pro 100 Kilometer ist er im Verbrauch deutlich wirtschaftlicher als ein konventioneller Motorroller, der mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 2-3 Liter pro 100 km mit um die 4 € zu Buche schlägt.
Das große Hindernis ist aber wohl der hohe Anschaffungspreis: während ein Benziner schon für unter 1000 Euro zu haben ist, muß man für einen E-Roller mehr als das doppelte investieren. Bei einem Verbot von Benzinern dürfte mit den steigenden Verkaufszahlen der Preis für einen Elektroroller aber auch hierzulande rapide sinken.
Aachen nimmt in Deutschland eine Vorreiterrolle ein: STAWAG, ASEAG und mehrere Institute der RWTH Aachen arbeiten schon seit Jahre in Pilotprojekten zur Förderung der Elektromobilität. So bezuschusst zum Beispiel seit vergangenem Jahr die STAWAG die Anschaffung von strombetriebenen Zweirädern mit wahlweise 100 Euro oder einem Sechs-Monats-Ticket der ASEAG. Die Förderung ist dabei nicht nur für Elektroroller erhältlich, sondern auch für sogenannte Pedelecs, Fahrräder mit stromgespeister Tretverstärkung.