Zu einen schönen und gemütlichen Weihnachtsmarkt gehört für viele Besucher die Untermalung mit Weihnachtsliedern dazu. Doch dieses Jahr macht die GEMA vielen kommerziellen und gemeinnützigen Weihnachtsmärkten einen dicken Strich durch die Rechnung.
Der Märkte und Aktionskreis City, der in Aachen den Weihnachtsmarkt veranstaltet, soll dieses Jahr den dreifachen Preis für die weihnachtliche Hintergrundmusik bezahlen: anstatt wie bisher 4.000 Euro verlangt die GEMA dieses Jahr rund 12.000 Euro.
"Das ist unserer Meinung nach nicht mehr angemessen und steht in keiner Relation", sagte MAC-Geschäftsführer Manfred Piana den
Aachener Nachrichten. Wegen der dramatischen Kostenexplosion wird es also vorraussichtlich dieses Jahr keine Weihnachtsmusik zum Glühwein geben.
Nicht nur in Aachen
Die Aachener stehen mit ihrem Problem nicht alleine da: auch in anderen Teilen der Republik bittet die GEMA die Veranstalter von Weihnachtsmärkten zur Kasse, so zum Beispiel in
Weckhoven in der Nähe von Neuss. Dort ist ein gemeinnütziger Verein der Veranstalter des Weihnachtsmarkt. Für die GEMA spielt das keine Rolle.
Die Bürger sind empört über die überzogene Forderung der GEMA, gehen aber auch konstruktiv an die Sache heran: vieleicht findet sich ausreichend GEMA-freie Musik zur Beschallung? Oder statt Musik aus der Konserve könnten echte Musiker handgespielte traditionelle Weihnachtslieder zum Besten geben.
Nicht das erste Mal
Dieser Vorfall ist nicht der erste, der für Unverständnis und Empörung bei Bürgern, Veranstaltern und Künstlern sorgt.
Mitte 2009 entschied ein Gericht im Fall Barbara Clear:
die GEMA ist nicht zu Zahlungen an die Künstler verpflichtet. "Ein etwaiger Zahlungsanspruch ergibt sich nicht aus den zwischen den Parteien geschlossenen Berechtigungsvertrag." heißt es in derm Urteilsbegründung. Und dabei war die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) mal dafür gedacht, die Urheberrechte und Nutzungsrechte von Musikern, Komponisten, Textern und Verlegern zu schützen und zu vertreten.
Vor wenigen Wochen erregte zu St. Martin die Meldung Aufsehen, dass Kindergärten für ihren St.Martinszug GEMA-Gebühren entrichten sollten. Schließlich kopierten sie ja Noten, damit die Eltern gemeinsam mit den Kindern während des Zuges singen können. Als Reaktion auf die Forderungen der GEMA
startete der Verein Musikpiraten e.V. sofort ein Projekt, in dem eine Sammlung von gemeinfreien Advents- und Weihnachtsliedern entstehen soll. 22 traditionelle Lieder zählt die Sammlung schon.
Mit oder ohne Musik: der Aachener Weihnachtsmarkt ist noch bis zum 23. Dezember 2010 täglich von 11.00 bis 21.00 Uhr geöffnet. Weitere Infos auf
www.aachenweihnachtsmarkt.de