Twitter-Nutzer aus Aachen nutzten Gelegenheit zum gemeinsamen Austausch
Gestern Abend trafen sich rund 60 User der Mirkoblogging-Plattform Twitter zum ersten „Twittwoch Aachen“ und nutzten die Gelegenheit, sich einmal persönlich kennenzulernen und neue Kontakte zu knüpfen. Organisiert wurde der Twittwoch von Rebekka Badenheuer-May, Meike Fernandez-Steeger, Martin Schmidt und Dr. Volker Göbbels.
Mitorganisatorin Rebekka Badenheuer-May freute sich sichtlich über den regen Zuspruch: „Wir wussten vorher ja nicht wie gut der Twittwoch von den Aachenern angenommen wird und haben vorsichtig mit maximal 20 Teilnehmern gerechnet. Dann wurden wir von den vielen Anmeldungen überrascht. Dank der MYPEGASUS GmbH, die uns größere Räumlichkeiten hier im Krantz-Center zur Verfügung stellte, konnten wir die Teilnehmerzahl auf 60 Plätze erhöhen. Und selbst die waren nach kurzer Zeit ausgebucht.“
Durch den Abend führte Mitorganisator Dr. Volker Göbbels. Er begrüßte die Teilnehmer und dankte der MYPEGASUS GmbH, der AIXhibit AG und der INFORM GmbH für das Sponsoring der Veranstaltung. Danach folgten drei kruze Impulsvorträge, die sich jeweils mit einem Thema aus dem Bereich Social Media beschäftigten.
Konsumenten haben bessere Ideen als Unternehmen
Den Anfang machen Prof. Dr. Frank Thomas Piller, Professor am Lehrstuhl für Technologie und Innovationsmanagement der RWTH Aachen sowie am Massachusetts Institute of Technologie (MIT), der einen kurzweiligen Vortrag zum Thema „Kundenzentrierte Wertschöpfung – Social Product Development“ hielt. Anhand von Praxisbeispielen zeigte er, wie Unternehmen mit Hilfe von Ideen-Wettbewerbung und anderen Beteiligungsmöglichkeiten auf das gewaltige kreative Potential der Kunden und Nutzer zugreifen und davon profitieren können.
„Die meisten Innovationen gehen nicht auf Unternehmen zurück, sondern auf ein Bedürfnis der Nutzer“, stellte Piller klar. Außerdem zog er den Vergleich zu klassischen Marktforschung: „Innovationen sind nicht repräsentativ. Man findet innovative Nutzer nicht mit Hilfe der Marktforschung, denn dort erscheinen sie nur als Randgruppe.“
Infokanal und Kanalisierung von Kritik
Im zweiten Vortrag des Abends erläuterte Tobias Kollewe, Vorstand der AIXhibit AG, die Bedeutung eine Twitter-Strategie. Am Beispiel der ASEAG im Vergleich zur Deutschen Bahn illustrierte er, dass in großem Unternehmen die Entwicklung eine Twitter-Strategie unumgänglich ist und dass alle Abteilungen und Führungsebenen eingebunden werden müssen.
Den großen Vorteil von Twitter sah Kollewe in dem zeitnahen und direkten Dialog mit den Kunden: „Mit Twitter können Unternehmen die Kritik ihrer Kunden kanalisieren und eventuell direkt darauf reagieren. Hinzu kommt, dass Twitter gegenüber anderen Plattformen wie zum Beispiel Facebook den Vorteil hat, dass die Tweets nur eine begrenzte Zeit lang auffindbar und lesbar sind. Das entschärft das gefürchtete Shit-Storm-Szenario.“
Persönlicher Kontakt zum Kunden
Der dritte Vortrag war eigentlich kein Vortrag, sondern ein Interview, in dem Volker Göbbels Klaudia Nellen über ihre funktionierende twitternde Buchhandlung befragte.
Seit Juni 2010 betreibt Nellen ihre Buchhandlung „Bücherfux“ in Aachen-Forst. „Eine Freundin brachte mich auf die Idee, Twitter für die Kommunikation mit meinen Freunden zu nutzen, wenn ich in der Buchhandlung arbeite. Am Anfang nutze ich Twitter als rein privat. Dann kamen irgendwann der erste Kunde über Twitter“, berichtete Klaudia Nellen.
Heute hat Nellen über 300 Follower bei Twitter, 23 davon stammen aus Aachen. Nellen schätzt das Feedback der Kunden: „Außerdem ist mir der persönliche Kontakt einfach wichtig.“ Auch mit anderen Buchhändlern in ganz Deutschland ist sie vernetzt: „Da kann man sich auch über gemeinsame Probleme austauschen und sich gegenseitig Tipps geben.“
Auf die Frage nach ihrer Twitter-Strategie antwortete Nellen: „Für mich gibt es da kein Patentrezept – bei mir hat sich das einfach so entwickelt.“
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Social Media als Wirtschaftsfaktor
Im Anschluss gab es noch eine kurze Diskussion im Plenum zu Thema „Entwickelt sich Social Media zu einem wahrnehmbaren Wirtschaftsfaktor“. Die einhelligen Meinung war, dass Twitter ein wichtiges Instrument zur Imagepflege sein kann, der Erfolg aber nicht ohne Weiteres messbar ist. Außerdem hänge die Entscheidung für oder gegen Twitter auch von der Unternehmesart- und größe ab.
Geselliger Ausklang
Anschließend zogen die Teilnehmer in die Räumlichkeiten der AIXhibit AG um. Dort erwarteten sie Getränke und ein Buffet, unter anderem mit den für einen Twittwoch obligatorischen Mett-Brötchen. In geselliger Runde nutzen die Aachener Twitterer ausgiebig die Gelegenheit zum persönlichen kennenlernen und zum networken. Und alle waren sich einig: Der erste Twittwoch Aachen war ein voller Erfolg und es wir sicherlich nicht der letzte Twittwoch in Aachen gewesen sein.
Weiterführende Links:
•
Twitter
•
Informationen zum Twittwoch Aachen
•
#twac - der Twittwoch Aachen bei Twitter
•
XING-Gruppe Twittwoch Aachen
Text und Fotos: Ansgar Offermanns
