Schweißen, Modelle bauen, Verkehrssimulationen: In den Herbstferien haben 20 Schülerinnen der Jahrgangsstufe 9 und 10 am Erlebniscamp FH4you teilgenommen. In spannenden Projekten haben die Mädchen in verschiedene Disziplinen der Ingenieurwissenschaft hineingeschnuppert und Technik live erlebt.
Aktionen fanden an den Fachbereichen Bauingenieurwesen, Elektrotechnik und Informationstechnik, Luft- und Raumfahrttechnik sowie Maschinenbau und Mechatronik statt. Die Mädels schweißten, bauten Papierhäuser und Flugzeugmodelle, programmierten Verkehrssimulationen, lernten, wie 3D Bilder entstehen, und machten eine Vermessungsübung, bei der sie am Ende eine selbsterstellte Schatzinselkarte mit nach Hause nahmen. Miriam Aldenhoven, Diplom-Sozialpädagogin an der FH Aachen und Initiatorin des Camps, erläutert die Zielsetzung: "Wir möchten Mädchen, die ein Faible für Technik haben, die Möglichkeit bieten, ihre Interessen zu verfeinern. In den fünf Tagen Herbstcamp lernen sie die Vielfalt kennen, die hinter dem Begriff Technik steckt." Unterstützt wurde das Projekt in diesem Jahr durch ANTalive e.V. und durch das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW.
Die 15-jährige Camilla Ott vom Ritzefeld-Gymnasium in Stolberg verbringt ihre Ferien gerne an der FH: "Ich interessiere mich für Technik und möchte gerne etwas in diesem Bereich studieren. Durch das Camp habe ich nun klarere Vorstellungen, in welche Richtung es mal gehen könnte."
Am Fachbereich Bauingenieurwesen standen praktische Übungen auf dem Programm. Diplomingenieur Hartmut Malecha malte eine Insel auf den Innenhof und teilte die Mädchen in zwei Gruppen auf. Das Außenteam führte im Innenhof die Vermessung durch und gab die Daten per Walkie-Talkie durch. Das Laborteam erstellte auf dieser Grundlage eine Karte. Malecha nahm die Schülerinnen zudem mit auf eine Reise durch die Geschichte der Vermessungskunde. Angefangen bei Messtechniken der alten Ägypter bis zu modernen Nivelliergeräten, erklärte er anschaulich, wie sich das Fach verändert hat. Wer weiß schon, warum Piraten eine Augenklappe tragen? Nicht etwa, weil die finsteren Gesellen sich beim Kampf verletzt haben - oftmals waren es die Vermesser, die die Klappe tragen mussten, weil ihre Netzhaut beim Blick in die Sonne durch ihr Vermessungsinstrument verbrannt wurde. Hartmut Malecha hat Spaß daran, Jugendlichen Wissenschaft zu vermitteln: "Man muss mit anschaulichen Beispielen arbeiten. Ich knüpfe mit vielen Dingen an bereits bekanntes Unterrichtswissen an und zeige den Schülerinnen eine praktische Anwendung." Den Mädchen soll jedoch nicht nur Fachliches vermittelt werden. In den Übungen werden soziale Kompetenzen wie das Arbeiten im Team gefördert. In erster Linie sollen die Mädels aber Spaß haben. Es sind schließlich Ferien.