3 Wechselausstellungen und eine Theatervorstellung lohnen den Besuch!
Nach 10 Monaten seit der offiziellen Eröffnung hat sich die Touristik- und Kultureinrichtung in der ehemaligen Abtei von Malmedy mehr als bewährt. Das Besucherzentrum, mit seinen musealen Abteilungen und den hochkarätigen temporären Ausstellungen, ist sehr beliebt wegen seinem abwechslungsreichen Angebot.
Da sind die Ateliers der Leder- und Papierindustrie, des Karnevals, die Schatzkammer der Kathedrale und das Historium, welche man allesamt auf spielerische und interaktive Art und Weise entdeckt.
Das Programm 2012 der Wechselausstellungen ist attraktiv und umfangreich.
Aktuell_
• die „Marionettensammlung aus der Burg Reinhardstein"
• die Retrospektive des belgischen Comic-Zeichner Jean-Claude Servais
• „Die Geschichtswirren Ostbelgiens“
Ab 10. März beginnt die große Jahreskunstausstellung „Die Surrealisten um Dali, Magritte, Delvaux“ sowie die Ausstellung eines anderen bekannten Comic-Zeichners „Hausmann“, und ab 28. April „Raoni und die Urwaldmenschen.
„Die Marionetten aus der Burg Reinhardstein“
(bis 26.Februar)
Etwa 30 handgeschnitzte Marionetten im Großformat sind im Speichegebälk ausgestellt. Es handelt sich um Exemplare aus den bekannten Puppentheater in Lüttich und Brüssel, aber auch um Marionetten sizilianischer Herkunft, sowie hervorragende Nachbildungen von Godfried aus Bouillon, die Drei Musketiere, der Löwe aus Flandern, usw.
„Servais, im Laufe der Zeit“
(verlängert bis 26. Februar)
Mit mehr als 60 Alben ist Jean Claude Servais ist einer der großen belgischen Comic-Zeichner. Seine Lieblingsthemen sind die Tier- und Pflanzenwelt seines heimatlichen Umfeldes sowie seine weiblichen Heldinnen, die graziös und liebevoll dargestellt sind. Er begeistert sich auch für die Magie, die ihm die Welt der Feen, der Kobolde und der menschenfressenden Riesen eröffnet. Die Ausstellung besteht aus 200 Originalseiten seiner Alben, mit unveröffentlichten Zeichnungen, die speziell für diese Ausstellung gemacht worden sind.
„Die Geschichtswirren Ostbelgiens“
(bis 4. März)
Diese Ausstellung ist eine geschichtliche Aufarbeitung der Vergangenheit von Malmedy, vom Wiener Kongress über den Vertrag von Versailles, bis zum 2. Weltkrieg. Auf zwölf Hinweistafeln, die vom Geschichtsverein der Hochardennen zusammengestellt wurden, wird der Leidensweg dieser Zeit zusammengefasst. Diese Ausstellung richtet sich zunächst an die Einwohner der Region, an die Jugend, aber auch an alle Geschichtsinteressierte.
„Le Carnaval des Ombres“
(Der Schattenkarneval) – Theaterpremiere im Malmundarium.
(von und mit Serge Demoulin, Bühnenbild Michael Delaunoy Produktion „Théâtre du Rideau“ Brüssel, in Zusammenarbeit mit der Organisation „Paroles d’Hommes“, der Kulturvereinigung AMAPAC aus Malmedy und der Stadt Malmedy)
Serge, ein junger Theaterschauspieler fährt jeden Freitag von Brüssel nach Hause zu seinen Eltern, die in Weismes wohnen. Während der Fahrt träumt er von seinen Kinderjahren.
1944: hier haben Deutsche und Amerikaner sich während der Ardenneoffensive bekämpft. Die Zivilbevölkerung wechselte die Nationalität von einem Tag auf den anderen: einmal Deutscher, dann Belgier…Die Einwohner waren mit ihrem Dorf und mit der Umgangsprache Wallonisch eng verbunden. Eines Tages trat Serge die Heimfahrt mit Schwermut an, denn am Vortag hatte ein Brüsseler Freund ihn als „boche“ betitelt. Er ist ohne Reaktion geblieben. Er war noch ein Jugendlicher. Er war Belgier, ja. Aber sein Großvater und zwei Onkel haben in der Wehrmacht gedient, weil sie dies damals mussten. Der Jüngste war noch keine zwanzig Jahre alt. Wie stirbt es sich in dieser Uniform? In seinem Dorf wird darüber nie gesprochen. Man lacht auf Wallonisch, man singt auf Wallonisch, man träumt auf Wallonisch. Zu Karneval werden Konfettirunden spendiert. Der Winter wird mit Gesang auf dem Scheiterhaufen verbrannt …Tching boum trallala. Manchmal jedoch nimmt der Alkohol die Überhand. Dann überfällt eine unglaubliche Traurigkeit die Menschen.
Mit diesem Stück erweist der Schauspieler Serge Demoulin seiner Heimat, seinen Wurzeln die Ehre. Mit Feingefühl, Humor und Bestimmtheit hebt er den Schleier, der noch immer die Geschichte dieser Region verdeckt: die Annexion der Ostkantone durch das Nazi-Deutschland 1940 und das Schweigen des belgischen Staates.
Serge Demoulin ist in Weismes geboren und hat eine erfolgreiche Karriere als Theaterschauspieler hinter sich. Bisher spielte er schon unter der Regie von Claude Volter, Daniel Leveugle, Michael Delaunoy, Philippe Sireuil, Michel Kacenelenbogen, Tania Stepantchenko. Er hat selbst die Stücke „Un ami fidèle“ von Jean-Pierre Dopagne und „Reste avec moi“ von Olivier Coyette in Szene gesetzt. Für die Jahre 2008-2009 wurde ihm der Preis des besten Schauspielers verliehen.
In dem Stück „Carnaval des Ombres“ steht er zum ersten Mal allein auf der Bühne. Der Text wird vom Verlag Lansman veröffentlicht
Für die Erstaufführung in Malmedy stehen vier Darbietungen auf dem Programm:
Donnerstag, 2. Februar um 13.30 Uhr für Schüler und Jugendliche;
Freitag, 3. Februar um 20.00 Uhr, auf persönliche Einladung von AMAPAC
Samstag 4. Februar um 20.00 Uhr und Sonntag 5. Februar um 19.30 Uhr für das Publikum (eine zusätzliche Darbietung kann bei hoher Nachfrage Sonntag, 5. Februar um 15.00 Uhr eingeplant werden)
Eintritt : 13 € -Vorverkauf 11 € in Malmedy (Haus für Tourismus und Piano Blanc), in Stavelot (Librairie de l’Allée Verte) und in Weismes (Tankstelle total)
Beim Theaterbesuch sollte man sich auch die Ausstellung „Geschichtswirren der Ostkantone“ im Malmundarium anschauen, die noch bis 26. Februar zugänglich ist.
Info : Malmundarium -
9, place du Châtelet – 4960 Malmedy
Tel: +32(0)80.799.668
info@malmundarium.be - www.malmedy.be