Wie lässt sich der Energieverbrauch einer Stadt deutlich senken? Welche Strategien, Technologien und innovativen Dienstleistungen bringen am meisten, um Energie zu sparen?
Diese Fragen stehen im Mittelpunkt bei dem Wettbewerb „Energieeffiziente Stadt“, den das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgerufen hat.
Nun stehen die Gewinner der ersten Runde fest. 72 Initiativgruppen aus Städten unterschiedlicher Größe haben ihre Ideenskizzen eingereicht. 15 Skizzen wurden ausgewählt. Hierunter auch die der Stadt Aachen.
Unter Federführung des Fachbereichs Wirtschaftsförderung/Europäische Angelegenheiten der Stadt Aachen entstand eine Ideenskizze zur Umwandlung der historischen Stadt Aachen in eine energieeffiziente Stadt der Zukunft. Unter dem Titel „Historische Stadt Aachen E³ - Energieeinsparung Energieeffizienz Erneuerbare Energien sollen planungsmethodische Ansätze mit integralen Energiekonzepten exemplarischer historischer Gebäude verbunden werden. Als Gestaltungs- und Steuerungsinstrumente ist die Ermittlung und Erprobung einer Gebäudetypologie mit passenden Sanierungsmaßnahmen, eines Energieeffizienzfaktors für historische Gebäude und ein Instrument zur Nutzenbetrachtung von Energieeffizienzmaßnahmen im gesamtstädtischen Kontext geplant. Die Gebäudetypologie und die dafür entwickelte Sanierungsmatrix geben wertvolle Unterstützung und Hilfestellung für Investitionsentscheidungen, insbesondere auch für private Bauherren. Der Energieeffizienzfaktor und die zugehörige Bewertungsmatrix für Energieeffizienz in historischen Gebäuden schaffen eine Bewertungsgrundlage, die eine übersichtliche und vergleichbare Einstufung der vorhandenen historischen Bausubstanz unter beiden Aspekten ermöglicht.
Über den ermittelten Gebäude-Energieeffizienzfaktor können Energieeinsparpotenziale über das gesamte Stadtgebiet dargestellt und sichtbar gemacht werden. Erstmals sollen aber nicht nur die Berechung technischer Effekte, also zum Beispiel die Reduzierung des Energieverbrauchs um einen Prozentwert, sondern auch die Grundzüge einer kommunalen Kostenstellenrechung in Bezug auf die Steigerung der Energieeffizienz erfasst werden. Nicht zuletzt hieraus ergibt sich eine besondere Motivation für die lokalen Akteure.
Mit 190.000 Euro erhält die Stadt Aachen gemeinsam mit ihren Projektpartnern nun die Möglichkeit, ihre Ideenskizze zu einem detaillierten und tragfähigen Umsetzungskonzept auszuarbeiten und sich in einer zweiten Runde um eine Gesamtförderung in Höhe von 5 Millionen zu bewerben.