Der 65-jährige Läufer Peter Borsdorf setzt sich für zwei an Aids erkrankte Kinder in Mehernich ein
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1990 hatte eine Mechernicher Familie die beiden HIV-infizierten Jungen Stefan und Gordon aufgenommen. Nachdem zu Beginn noch Hoffnung bestand, dass der Gesundheitszustand der beiden Kinder relativ stabil bleiben könnte, trat mit der Zeit ein zunehmend verschlechtertes Krankheitsbild ein.
Peter Borsdorf, ein 65-jähriger Läufer, setzt nun alles daran, um der Familie mit Spendengeldern helfen zu können.
Die Pflegemutter und ihr Mann hatten sich 1990 nach Gesprächen mit Experten und Ärzten dafür entschieden, neben ihren beiden leiblichen Söhnen und einer Pflegetochter zwei an Aids erkrankte Pflegekinder in die Familie aufzunehmen. Gordon und Stefan wurden von ihren Müttern schon im Mutterleib mit dem Virus infiziert. Die beiden Mütter waren nicht dazu in der Lage, sich um ihre Kinder zu kümmern. Auch in verschiedenen Heimen waren sie wegen ihrer Krankheit unerwünscht, wie die Pflegemutter berichtet.
Nachdem anfangs Angst und Unsicherheit den Familienalltag prägten, ist die Familie schon bald zusammengewachsen. Erstmals war die Entwicklung der beiden Jungen erfreulich, Gordon erholte sich jedoch nicht mehr von einer Herpesinfektion und leidet nun unter epileptischen Anfällen und einer fortgeschrittenen Spastik. Er kann sich kaum noch bewegen und nur eingeschränkt laufen und sprechen. Auch Stefan konnte den Folgen des Immunschwächeinfekts nicht entgehen: Er leidet unter Lymphdrüsenkrebs und muss zurzeit mit einer Chemo-Therapie behandelt werden.
Die Pflegemutter aus Mechernich war überglücklich, als ihr Peter Borsdorf, 65 Jahre alt und im Ruhestand, seine Hilfe anbot. Er hat sich dazu bereit erklärt, einen Monat lang für den 15-jährigen Stefan und den 14-jährigen Gordon zu laufen. Bei Volksläufen in der gesamten Region will er mit seiner Sammelbüchse erscheinen. Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass sich Peter Borsdorf für seine Mitmenschen einsetzt: Seit 1995 hat er über 300 000 Euro für Familien in Not gesammelt. 2000 Euro konnte er jetzt der Pflegemutter überreichen.
Den Kontakt zwischen Borsdorf und der Familie hatte Dr. Nicole Savelsberg, Ärztin des Kreisgesundheitsamtes Düren und Spezialistin für HIV-infizierte Kinder, hergestellt. Ziemlich schnell beschloss Peter Borsdorf, dass er den Kindern unter dem Namen „Running for Kids“ helfen will.
Trotz aller Schwierigkeiten und der traurigen Situation kann und will die Pflegemutter nicht aufgeben, sie möchte „so lange wie möglich als Familie zusammenbleiben“. Das gesammelte Spendengeld soll einer Reittherapie zukommen, zudem wünscht sich die Mechernicherin eine Nestschaukel für ihre Kinder. Sie erhofft sich dadurch, ihre Kinder lachen hören zu können. Ein großes Glück für eine Familie, die um ihre Kinder bangen muss. (Carmen Weber)
Artikel mit freundlicher Unterstützung der Agentur ProfiPress.
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