Jeder dritte Europäer erkrankt irgendwann in seinem Leben an Krebs. Jedes Jahr wird bei 3,2 Millionen Menschen in der EU eine neue Krebserkrankung diagnostiziert. Krebs ist mittlerweile die zweithäufi gste Todesursache in Europa. Je älter die Bevölkerung wird, desto häufiger tritt die Krankheit auf – und desto mehr Lasten müssen die Gesundheitssysteme tragen. Die Krebsraten fallen von Land zu Land sehr unterschiedlich aus – in Ungarn erkranken fast doppelt so viele Männer wie in Schweden an der Tumorkrankheit. Auch die Chancen, die Krankheit zu überleben, sind unterschiedlich verteilt. Die Partnerschaftsinitiative will alle Organisationen, die mit der Krankheit zu tun haben, zusammenbringen und den Informationsaustausch wie den Wissenstransfer unterstützen. Eingeschlossen sind dabei auch Nicht- Regierungsorganisationen, Patientenverbände, die Pharmaindustrie, Behörden und Forschungseinrichtungen.
Die gemeinsamen Arbeitsfelder – so Vassiliou – sind unter anderem Früherkennung, Behandlungsmethoden und die Verbesserung der Lebensqualität von Patienten. „Wir brauchen mehr Erhebungen“, forderte die Gesundheitskommissarin. Register müssten aussagekräftige Zahlen über die regionale und altersbedingte Verteilung
von Krankheitsfällen enthalten, die Rückschlüsse auf Ursachen wie Lebensumstände und Ernährung zulassen. Ziel ist es, bis 2020 die Zahl der Erkrankungen um 70 und die Todesfälle um 15 Prozent zu senken sowie die Zahl der Voruntersuchungen europaweit zu verdoppeln. „Wenn wir bei Brust-, Gebärmutterhals- und Darmkrebs auf 100 Prozent Vorsorgeuntersuchungen kämen, wären viele Erkrankungen vermeidbar.“ Vassiliou erklärte, finanzielle Mittel für die Krebsbekämpfung seien im 7. Forschungsrahmenprogramm vorgesehen.
Außerdem könnten Mittel aus den Strukturfonds verwendet werden, um die Infrastruktur im Gesundheitswesen
zu verbessern. Eine wichtige Aufgabe der Partnerschaft auf europäischer Ebene sei es auch, die verstreuten
Mittel im Gesundheits- und Forschungsbereich zu konzentrieren und doppelte Förderung zu vermeiden. Die Gesundheitskommissarin: „Wenn wir die Kräfte bündeln, können wir verhindern, dass parallel in verschiedenen Ländern am gleichen Thema gearbeitet wird, statt die Anstrengungen zu koordinieren.“